© Elisa Bortoluzzi Dubach

Interview mit Ana Mantegazza und Ariella Del Rocino, Philanthropinnen, Mitglieder des Vorstands der Associazione Elisa

Ana Mantegazza und Ariella Del Rocino, Mitgliederinnen des Vorstands der Associazione Elisa, berichten über die Geschichte und die Aktivitäten einer karitativen Einrichtung, die sich seit über 25 Jahren für bedürftige, schwer kranke und im Tessin behandelte Kinder einsetzt.

Wie ist die Idee zur Gründung der Associazione Elisa entstanden und was ist ihre Aufgabe?
Ana Mantegazza: „Alles begann Ende der 1990er Jahre, als die Stiftung Elisa in Locarno an die Firma Publigood von Mario Mantegazza herantrat, um eine Kommunikationskampagne über ihre Aktivitäten zur Unterstützung kranker Kinder und ihrer Familien durchzuführen. Damals lernten wir Dr. Luisa Nobile Buetti und die Schwierigkeiten, auch wirtschaftlicher Art, kennen, die zu bewältigen waren, um den Familien schwer kranker Kinder zu helfen. Diese hatten neben dem Leiden, das die Krankheit Ihrer Kinder selbst mit sich bringt, mit grossen finanziellen, sozialen, psychologischen, erzieherischen und organisatorischen Problemen zu kämpfen. So beschloss eine Gruppe von Frauen aus Lugano, einen Verein zu gründen, der vor allem durch Spendenaktionen die Aktivitäten unterstützen sollte, die im Laufe der Jahre immer zahlreicher und finanziell aufwändiger wurden. Ich persönlich war begeistert, mich an dieser Initiative zu beteiligen und meine Zeit dafür einzusetzen, da ich seit meiner Kindheit in einem familiären Umfeld aufgewachsen bin, in dem Empathie und Solidarität gegenüber anderen immer eine breite Akzeptanz gefunden haben.

Ariella Del Rocino: „Ein wichtiger Aspekt, den es zu betonen gilt, ist, dass das Tessin zwar im Allgemeinen eine hervorragende Gesundheitsversorgung bietet und einen ausgezeichneten Lebensstandard garantiert. Es gibt aber Situationen der materiellen und seelischen Not, die Menschen betreffen, die an langen und schweren Krankheiten leiden. Trotz aller Hilfe, die unsere Gesellschaft anbietet, gibt es viele Probleme und Schwierigkeiten, die in der Verantwortung der Familien bleiben und ihr Funktionieren gefährden, weil sie nicht durch Sozialversicherungen gedeckt sind“.

Was ist die Stärke der Associazione Elisa, die es ihr ermöglicht hat, im Laufe der Jahre zu wachsen und ihre Verpflichtungen einzuhalten?
Ana Mantegazza: „Unsere Stärke ist wahrscheinlich, dass wir von Anfang an eine kleine, geschlossene Gruppe gebildet haben, die im Laufe der Zeit unverändert geblieben ist und es uns ermöglicht hat, die Ziele, die wir uns gesetzt haben, mit Beharrlichkeit und viel Engagement zu erreichen. Freiwilligkeit und das kontinuierliche Engagement vieler Freunde und Bekannter, waren dabei entscheidend. Man kann sagen, dass sich im Laufe der Jahre eine wahre Familie von „Unterstützern“ gebildet hat, die uns auf jede erdenkliche Weise bei der Verwirklichung von Projekten und Initiativen hilft.

In welchen Bereichen werden die Aktivitäten der Associazione Elisa konkret durchgeführt?
Ariella Del Rocino: „Eine Unterstützung, die der Associazione Elisa sehr am Herzen liegt, ist es, Müttern zu ermöglichen, während der gesamten Krankheit in der Nähe ihres kranken Kindes zu bleiben. Die Anwesenheit der Mutter hat einen entscheidenden Einfluss auf die Akzeptanz der oft sehr schweren Behandlung und auch auf den Genesungsprozess des Kindes. Die Unterstützung betrifft Kinder, die an schweren Krankheiten leiden, gleich welcher Art (angeborene Krankheiten, neurologische, onkologische, metabolische, psychologische usw.). Auch dank unserer Spenden ist es möglich, Familien in Schwierigkeiten nicht nur direkt einen finanziellen Beitrag z. B. zur Deckung des Verdienstausfalls während eines Arbeitsausfalls oder zur Deckung der Kosten für den Lebensunterhalt ausser Haus zu decken, sondern auch die Aktivierung einer ganzen Reihe sozialer Interventionen durch öffentliche und private Einrichtungen zu gewährleisten. Nicht zu vernachlässigen sind schliesslich die persönlichen Kontakte und die einfühlsame Begleitung des Kindes und seiner Familie.

Seit einigen Jahren unterstützt die Associazione Elisa aber auch andere karitative Einrichtungen...
Ana Mantegazza: „Neben der Stiftung Elisa unterstützen wir auch andere Vereine, die im Tessin gut verankert sind. So helfen wir beispielsweise dem Verein Casa Santa Elisabetta, der sich seit 1947 der Hilfe für alleinerziehende Mütter widmet. Der Verein betreut Kinder und unterstützt die Mütter in ihrem gesellschaftlichen Kontext mit professionellen Ansätzen der Sozialarbeit. Wir unterstützen auch die Aktivitäten des Croce Verde Lugano, einer Einrichtung, die den Tessinern sehr am Herzen liegt“.

Und damit kommen wir zum Herzstück Ihrer Tätigkeit, zumindest was das Fundraising anbelangt, nämlich der Gran Gala della Solidarietà...
Ariella Del Rocino: „Es handelt sich um eine Veranstaltung, die jedes Jahr an einem Abend im November stattfindet, deren Organisation aber monatelange Arbeit erfordert. Für uns ist es die Veranstaltung, um Kontakte und Beziehungen zu pflegen, die wir mit viel Engagement und Hingabe aufgebaut haben. Die Sponsoren, die seit Beginn aktive und enge Partner sind, ermöglichen es uns, unsere Aktivitäten besser zu organisieren, ebenso wie all diejenigen, die es uns durch Spenden ermöglichen, denen zu helfen, die es wirklich nötig haben. Zudem stehen uns Freiwillige zur Seite, die uns bei der Verwaltung der verschiedenen Aktivitäten unterstützen. Ihnen allen gilt unser Dank und der Dank aller Menschen, denen wir helfen können. Die Associazione Elisa hat im Laufe der Jahre viele Projekte verwirklichen können und konnte auch in diesem Jahr bei der grossen Gala eine sehr bedeutende Summe sammeln.

Ana Mantegazza: „Diese Veranstaltung ist mittlerweile ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Lugano. Einige sind sogar so weit gegangen, sie mit der grossen Gala des Roten Kreuzes von Monaco zu vergleichen. Ich würde eher sagen, dass sie auf der Realität von einigen Hundert Menschen beruht, von denen viele sich kennen und sich das ganze Jahr über regelmässig treffen, während andere bereits an der Spitze ihrer eigenen Stiftungen stehen oder sich in anderen karitativen Aktivitäten engagieren, die sich für eine gemeinsame Sache zusammenfinden, nämlich die Unterstützung der Aktivitäten der Associazione Elisa. Die Tatsache, dass es sich um ein schönes gesellschaftliches Ereignis handelt, tut dem Zweck keinen Abbruch, im Gegenteil, wenn möglich, ist die Annehmlichkeit des Abends ein weiterer Anreiz für eine grosszügige Spende.

Wertvolle Fundraising-Einblicke

Seminar «Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Mäzen:innen»

Verpassen Sie keinen Journal-Artikel mehr

Erhalten Sie wertvolle Fundraising-Einblicke