Die reichsten Stiftungen der Schweiz – Eine aktuelle Übersicht

Die Schweiz ist seit jeher ein Land mit einer stark ausgeprägten Kultur des Stiftens. Gemeinnützige Stiftungen spielen eine zentrale Rolle in der Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kultur und sozialen Projekten. Doch wie viel Vermögen halten die einzelnen Stiftungen? Wer sind die Stifter und Stifterinnen? Und wie werden diese Gelder gehalten, um nachhaltigen Einfluss zu schaffen? Diesen Fragen wollen wir in diesem Artikel nachgehen. Dazu nehmen wir uns einige Stiftungen und Stifter/innen unter die Lupe.
140 Milliarden Franken für gemeinnützige Zwecke
Laut dem Schweizer Stiftungsreport 2023 beläuft sich das kumulierte Vermögen der gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz auf über 140 Milliarden Franken. Dies macht die Schweiz zu einem der führenden Länder im Bereich Philanthropie.
Auch die Anzahl der aktiven Stiftungen bleibt hoch. Ende 2024 waren insgesamt 13’722 gemeinnützige Stiftungen im Handelsregister eingetragen. Besonders interessant ist die Dynamik innerhalb dieser Stiftungslandschaft:
- 298 neue Stiftungen wurden gegründet, während 268 gelöscht wurden.
- Die höchste Anzahl an Neugründungen gab es im Kanton Zürich mit 44 neuen Stiftungen, gefolgt von Genf (43) und Zug (42).
Mit 15,4 Stiftungen pro 10’000 Einwohner bleibt die Schweiz weltweit eine der führenden Nationen im Bereich gemeinnütziger Stiftungen. Diese hohe Dichte an Stiftungen zeigt, wie stark philanthropisches Engagement in der Schweiz verankert ist.

Woher kommt dieses Vermögen?
Das immense Vermögen der Schweizer Stiftungen stammt aus verschiedenen Quellen. In der Regel stammt es aus Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, Kapitalanlagen oder Spenden.
Unternehmensbeteiligungen
Einige der grössten Schweizer Stiftungen verwalten ihr Vermögen durch strategische Unternehmensbeteiligungen oder halten sogar ganze Firmen. So hielt beispielsweise die Jacobs Stiftung - bis zur kürzlich erfolgten Umstrukturierung - Anteile an Unternehmen wie Barry Callebaut oder die Ernst Göhner Stiftung hält Anteile am dänischen Logistikriesen DSV. Diese Beteiligungen ermöglichen den Stiftungen nicht nur regelmässige Einnahmen, sondern auch eine nachhaltige finanzielle Grundlage für ihre Förderaktivitäten.
Andere Stiftungen halten auch ganze Firmen oder grosse Mehrheiten. So ist die Hans Wilsdorf Stiftung Eigentümerin der Rolex SA. Die Victorinox-Stiftung hält 90% der Victorinox AG. Auch IKEA wird von Stiftungen kontrolliert, die in Liechtenstein ihren Sitz haben. Die Inter IKEA Foundation konzentriert sich auf die Führung der IKEA-Unternehmen sowie darauf, die Unabhängigkeit und Langlebigkeit des IKEA Konzepts zu sichern. Die Interogo Foundation hingegen konzentriert sich auf die Leitung des Investmentgeschäfts und die Sicherstellung der notwendigen finanziellen Rücklagen. Beide engagieren sich gemäss Webseite auch philanthropisch und gehören zu den grösseren Unternehmensstiftungen im deutschsprachigen Raum.
Immobilienbesitz
Ein weiteres zentrales Instrument zur Vermögensverwaltung sind Immobilien. Zahlreiche Stiftungen investieren gezielt in Wohn-, Gewerbe- oder Spezialimmobilien, um langfristige Renditen zu erwirtschaften. Die Ernst Göhner Stiftung beispielsweise verwaltet (Stand Ende 2024) 35 Qualitätsliegenschaften, mit fast 1300 Wohnungen und 9 Geschäftsliegenschaften, die in ihrer Tochtergesellschaft Seewarte Holding AG gebündelt sind. Diese Investitionen sorgen für Stabilität und ermöglichen eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung verschiedener gemeinnütziger Projekte.
Kapitalanlagen und Spenden
Neben Unternehmensbeteiligungen und Immobilienbesitz setzen viele Förderstiftungen auf eine diversifizierte Finanzstrategie. Laut dem Benchmark Report von SwissFoundations investieren grosse Stiftungen häufig in Aktien, Anleihen und alternative Investments, um ihre finanziellen Ressourcen bestmöglich zu nutzen.
Zusätzlich erhalten viele gemeinnützige Organisationen erhebliche Spendeneinnahmen von Unternehmen, Privatpersonen oder staatlichen Institutionen.

Die vermögendsten Stiftungen in der Schweiz
Folgend schauen wir uns drei der vermögendsten Stiftungen der Schweiz noch detaillierter an:
1. Jacobs Stiftung
Die Jacobs Stiftung zählt zu den vermögendsten Förderstiftungen in der Schweiz und widmet sich insbesondere der Bildungsförderung weltweit. Laut den Angaben auf ihrer Webseite verwaltete die Stiftung per 31.12.2023 ein Gesamtvermögen mit einem Marktwert von 6,1 Milliarden Franken.
Am 18.06.2025 schreibt die Neue Zürcher Zeitung, dass die Jacobs-Familie ihre Beteiligungen neu ordnet: "Mitglieder der Familie Jacobs haben der Stiftung die erwähnten Beteiligungen, insbesondere jene von Barry Callebaut, abgekauft. Das Geld, das die Stiftung dafür erhalten hat, kann die Organisation nun so anlegen, wie es für sie optimal ist."
Die Jacobs Stiftung nutzt ihr Vermögen nicht nur für wirtschaftliche Investitionen, sondern hat sich stark der Förderung von Bildungsprojekten verschrieben. Seit ihrer Gründung wurden über 840 Millionen Franken für Bildungsinitiativen bereitgestellt. Durch strategische Partnerschaften arbeitet die Stiftung daran, das Lernen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen weltweit nachhaltig zu verbessern.
2. Ernst Göhner Stiftung
Die Ernst Göhner Stiftung gehört zu den finanzstärksten Stiftungen der Schweiz. Ihr geschätztes Vermögen beläuft sich auf mehrere Milliarden Franken. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Investitionen liegt in Unternehmensbeteiligungen, die über ihre Tochtergesellschaft EGS Beteiligungen AG verwaltet werden.
Die Stiftung hält Beteiligungen an verschiedenen vorwiegend mittelständischen Schweizer Unternehmen, sowohl kotierte als auch private, aus unterschiedlichen Branchen, darunter (Stand Juni 2025):
- Huber+Suhner AG – Spezialist für Hochfrequenz-, Fiberoptik- und Niederfrequenz-Technologie
- Sensirion Holding AG – Hersteller von Sensorlösungen für Umwelt- und Durchflusstechnologien
- Siegfried Holding AG – Produzent von Wirkstoffen für die Pharmaindustrie
- Comet Holding AG – Hersteller von High-Tech-Komponenten für die Halbleiterindustrie
- Interroll Holding AG – Anbieter von Lösungen für Materialfluss und Automation
- Bauwerk Group AG – Hersteller von hochwertigen Parkettbodenbelägen
- Roth Gerüste AG – Anbieter von Gerüstbau-Lösungen
- Beekeeper Holding, Inc. – SaaS-Plattform für Frontline-Mitarbeitende
- Futurae Technologies AG – Anbieter von Lösungen für Multi-Faktor-Authentifizierung (2FA/MFA)
- Bcomp AG – Entwickler von High-Tech-Materialien aus Naturfasern
- SERTO Group AG – Hersteller von industriellen Verschraubungen
- ARGUS DATA INSIGHTS Holding AG – Unternehmen für Medienbeobachtung und -analyse
- Seaking (International) AG – Hersteller von Küchensystemen für Kreuzfahrtschiffe
- SpineArt SA – Entwickler von Wirbelsäulenimplantaten
Die Ernst Göhner Stiftung agiert mit ihren Investitionen unabhängig und ist nicht steuerbefreit – obwohl sie dies für ihren gemeinnützigen Bereich beantragen könnte. Diese wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglicht es ihr, strategische Investments zu tätigen, die langfristige Stabilität sicherstellen und gleichzeitig ihre gemeinnützigen Projekte nachhaltig zu finanzieren.
3. Stiftung Sandoz - Fondation de Famille
Die Stiftung Sandoz - Fondation de Famille zählt ebenfalls zu den finanzstärksten Stiftungen der Schweiz. Sie hielt gemäss der Handelszeitung per Ende 2024 über ihre Beteiligungsgesellschaft Emasan AG 4,1% des Aktienkapitals von Novartis und hat im Februar 2025 1.2% davon abgestossen.
Obwohl die Stiftung keine gemeinnützige Stiftung, sondern eine Familienstiftung ist, engagiert sie sich in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen. Ihr Förderfokus liegt auf:
- Innovation und Wissenschaft
- Kulturförderung
- Unterstützung von Unternehmen mit langfristiger Ausrichtung
Neben ihrer Beteiligung an Novartis besitzt die Stiftung mehrere Luxushotels sowie namhafte Unternehmen im Bereich der Uhrenindustrie und Medizintechnik. Ihre Aktivitäten umfassen zudem verschiedene Initiativen zur Förderung von Forschungsprojekten und kulturellen Programmen.
Eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Sandoz-Stiftungen findet man hier.

Beispiele weiterer vermögender Stiftungen
Dr. Stephan à Porta - Stiftung
Die Dr. Stephan à Porta - Stiftung wurde von Stephan à Porta gegründet, der am 24. April 1868 in Danzig geboren wurde. Seine Eltern, Zuckerbäcker aus dem Unterengadin, brachten es in der Fremde zu einem gewissen Wohlstand. Stephan à Porta wurde Rechtsanwalt und eröffnete in jungen Jahren eine eigene Kanzlei in Zürich.
Angespornt durch den Bauboom kaufte er 1892 zusammen mit seinem Bruder einen Bauplatz in Zürich-Aussersihl und liess darauf drei Häuser errichten, die er mit Gewinn verkaufte. Bis zum Zweiten Weltkrieg erstellte Stephan à Porta mehrere hundert Häuser in Zürich. Nach Ausbruch des Krieges entschloss er sich, den grössten Teil seines Privatvermögens – 144 Häuser mit rund 1300 Wohnungen – in eine Stiftung einzubringen. Die Stiftung ist gemäss Aussage auf der Webseite "derzeit Eigentümerin von rund 152 Liegenschaften mit rund 1370 gut unterhaltenen, preisgünstigen Wohnungen sowie wenigen Büros, Ladenlokalen und Gewerberäumen in der Stadt Zürich (Kreise 4, 5, 6, 7, 8 und 10)." Weiter hält sie auf der Webseite fest: "Seit dem 1. Januar 1946 wurden verschiedenste Projekte von wohltätigen, gemeinnützigen Institutionen mit mehr als 55 Millionen Franken unterstützt. Im Durchschnitt beträgt die jährliche Ausschüttung über 714’000 Franken, seit 2024 werden 1,6 Millionen Franken pro Jahr verteilt."
Der Versicherungswert der Liegenschaften belief sich im Jahre 2021 auf über 450 Millionen Franken. Mehr zur Dr. Stephan à Porta - Stiftung ist im Interview aus dem Jahre 2021 mit dem Geschäftsführer, Armin Isler, zu erfahren.
Ethereum Foundation
Die Ethereum Foundation hat sich mittlerweile als eine der finanzstärksten Stiftungen etabliert. Sie verwaltet ein Vermögen von USD 970.2 Mio. Hauptsächlich in Form von Ethereum-Assets (Stand 2024 - siehe Financial Report der Ethereum Foundation).
Die Stiftung hat ihre Vergabetätigkeiten weiter ausgebaut und unterstützt zahlreiche Projekte im Bereich Blockchain-Technologie und digitale Innovation.
Jakob und Emma Windler-Stiftung
Die Jakob und Emma Windler-Stiftung hält ein Vermögen, das insbesondere aus Novartis-Aktien besteht. Diese allein haben einen Wert von über 650 Millionen Franken. Insgesamt beläuft sich das gesamte Vermögen per 31.12.2024 auf über 1,3 Milliarden Franken.
Die Stiftung dokumentiert auf ihrer Webseite ausführlich, wie ihr Vermögen entstanden ist. Sie unterstützt Einzelpersonen, kulturelle Institutionen, Kleinbetriebe und gemeinnützige Einrichtungen, wobei die Förderung auf den Kanton Schaffhausen und Stein am Rhein beschränkt ist.
Ein besonderes Problem der Stiftung ist, dass sie gemäss Jahresbericht 2024 deutlich mehr ordentliche Einnahmen generiert als Fördermittel spricht. Der Stiftungsrat strebt ein ausgeglichenes Verhältnis an. Im Jahre 2024 wurden rund 25.8 Mio. Franken vergeben, wobei die laufenden Erträge aus Finanzanlagen und Liegenschaften 44.5 Mio. Franken betrugen.
Kühne-Stiftung
Die Kühne-Stiftung hält aktuell 4,7% an Kühne + Nagel International, was einem Aktienkapital von rund 1,3 Milliarden Franken entspricht.
Die Stiftung realisierte im Jahr 2024 ein Fördervolumen von 40 Millionen Franken. Sie arbeitet überwiegend als operative Stiftung und setzt eigene Projekte in den Bereichen Logistik und Medizin um.
Leopold Bachmann Stiftung
Die Leopold Bachmann Stiftung verfügt über ein breites Immobilienportfolio mit mindestens 1800 Wohnungen. Der Marktwert dieser Anlagen dürfte nahe an die Marke von 1 Milliarde Franken kommen.
Leopold Bachmann wurde 1933 in Tirol geboren und brachte 1997 einen Teil seiner Liegenschaften in die Stiftung ein. Der Nettoertrag aus den Liegenschaften finanziert die Fördertätigkeit der Stiftung.
Metrohm-Stiftung
Die Metrohm-Stiftung hält die Metrohm-Gruppe, deren Firmenwert schwer zu beziffern ist, aber mindestens mehrere hundert Millionen Franken beträgt.
Mehr über die Stiftung und Bertold Suhner ist hier zu erfahren.
Ursula Ströher Stiftung
Die Ursula Ströher Stiftung gehört zu den bedeutenden Stiftungen im Raum Basel. Die Stiftung hält über das Family Office Univest diverse Immobilien in Basel.
Seit dem Verkauf der Wella-Aktienmehrheit an Procter & Gamble für 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2003 verfügt die Erbenfamilie Ströher über grosse Mengen an Kapital, das unter anderem in Immobilien investiert wurde (Quelle).

Beispiele bedeutender Stiftungen mit regionaler Ausstrahlung
August Weidmann Fürsorge-Stiftung
Die August Weidmann Fürsorge-Stiftung mit Sitz in Thalwil wurde 1930 mit einem Startkapital von 6,6 Millionen Franken gegründet. Sie hat während ihres Bestehens über 25 Millionen Franken ausgeschüttet und unterstützt gemeinnützige Institutionen sowie Menschen in Notlagen im Kanton Zürich.
Paul Josef Jenni-Stiftung
Die Paul Josef Jenni-Stiftung unterstützt Arbeiter und Handwerker in Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Sie verfügt über 25 Liegenschaften, deren Erträge Vergabungen von rund 1 Million Franken jährlich ermöglichen.
Georg H. Endress Stiftung
Die Georg H. Endress Stiftung hält eine Beteiligung von 4% an Endress+Hauser, einem Unternehmen mit 3 Milliarden Franken Umsatz und über 14.000 Mitarbeitern. Die Stiftung fördert junge Menschen beim Start ins Berufsleben und unterstützt grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region Basel.
Dätwyler Stiftung
Die Dätwyler Stiftung ist eine gemeinnützige Förderstiftung mit Sitz in Altdorf. Im Jahr 2024 wurden über 3 Millionen Franken an Fördergeldern ausgeschüttet. Die Stiftung unterstützt zahlreiche kulturelle und soziale Projekte.
Stiftung Baugarten Zürich
Die Stiftung Baugarten Zürich schüttet jährlich rund 5 Millionen Franken an Fördergeldern aus, wobei über 80% in der Stadt Zürich investiert werden. Die Stiftung konzentriert sich auf soziale, kulturelle und wissenschaftliche Projekte.
Bekannte Stifter und ihre weniger bekannten Stiftungen – ein Blick hinter die Kulissen
Wenn man über grosse Stiftungen spricht, kommen häufig dieselben Namen zur Sprache. Doch es gibt einige wohlhabende Persönlichkeiten, deren philanthropische Aktivitäten weniger bekannt sind, obwohl sie beachtliche Summen und Engagement in die Förderung gemeinnütziger Projekte stecken. Hier werfen wir einen genaueren Blick auf einige dieser Stifter/innen, ihr Vermögen und die Stiftungen, die sie ins Leben gerufen haben.
Willy Michel – Unternehmer und Kunstförderer
Willy Michel ist ein Self-Made-Milliardär mit einem geschätzten Vermögen von über 2 Milliarden Franken. Bekannt ist er vor allem für seine Erfolge in der Medizintechnik, doch er setzt sich auch stark für die Förderung der Kunst ein.
Die von ihm ins Leben gerufene Stiftung widmet sich insbesondere der Erhaltung und Förderung des Werkes des Künstlers Franz Gertsch. Ein zentrales Projekt der Stiftung ist das Museum Franz Gertsch in Burgdorf, das eine der grössten Sammlungen dieses Künstlers beherbergt. Mit wechselnden Ausstellungen und Bildungsprogrammen trägt die Stiftung aktiv dazu bei, Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen und langfristig zu bewahren.
Rainer-Marc Frey – Unternehmer mit philanthropischem Fokus
Rainer-Marc Frey hat als erfolgreicher Investor ein beträchtliches Vermögen aufgebaut. Doch neben seiner wirtschaftlichen Tätigkeit ist er auch stark philanthropisch aktiv. Seine Frey Charitable Foundation verfolgt einen klaren unternehmerischen Ansatz und unterstützt Menschen weltweit dabei, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und nachhaltige Lösungen für soziale Probleme zu entwickeln.
In den ersten Jahren war die Stiftung global aktiv, doch mittlerweile konzentriert sie sich auf zwei Kernregionen: Afrika und die Schweiz. In Afrika unterstützt FCF herausragende soziale Unternehmer, die in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Umweltschutz innovative und skalierbare Projekte entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf Initiativen zur digitalen Rechtsberatung, Verbesserung der Wasserversorgung und Anpassung an den Klimawandel.
Bruno Stefanini – Der soziale Immobilien-Tycoon
Bruno Stefanini war einer der bedeutendsten Immobilienunternehmer der Schweiz und gleichzeitig ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Sein Vermögen, das auf über eine Milliarde Franken geschätzt wurde, investierte er nicht nur in Immobilien, sondern auch in Kunst und historische Objekte.
1980 gründete er die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG), um seine umfangreiche Sammlung zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die SKKG besitzt heute eine der grössten privaten Kunstsammlungen der Schweiz mit über 100'000 Objekten, darunter Werke von Ferdinand Hodler, Albert Anker, Giovanni Giacometti und Meret Oppenheim.
Neben Kunst sammelte Stefanini auch historische Kuriositäten, darunter ein Sonnenschirm von Kaiserin Sisi, ein Pult von John F. Kennedy und Uniformen von General Guisan. Seine Stiftung unterstützt Museen und kulturelle Institutionen in der ganzen Schweiz durch Leihgaben und Fördermittel.
Nach seinem Tod im Jahr 2018 wurde die Stiftung weitergeführt und setzt sich aktiv für die Erhaltung und Vermittlung von Kunst- und Kulturgütern ein.
Guido Fluri – Engagement für soziale Themen
Die Guido Fluri-Stiftung wurde von Unternehmer Guido Fluri gegründet, dessen Vermögen auf 250 bis 300 Millionen Franken geschätzt wird. Fluri hat sich nicht nur als Geschäftsmann einen Namen gemacht, sondern setzt sich mit seiner Stiftung für gesellschaftlich relevante Themen ein.
Die Stiftung verfolgt drei Hauptbereiche:
- Schutz von Kindern vor Gewalt – Präventionsarbeit, Hilfsprogramme und politische Initiativen
- Forschung zu Hirntumoren – Förderung medizinischer Fortschritte und Unterstützung von Betroffenen
- Integration von Menschen mit Schizophrenie – Aufklärung und gesellschaftliche Teilhabe
Ein bedeutendes Projekt der Stiftung war die Wiedergutmachungsinitiative, die sich für die Rehabilitation von ehemaligen Verdingkindern und administrativ Versorgten einsetzte. Diese Initiative trug wesentlich dazu bei, dass tausende Betroffene eine offizielle Anerkennung und finanzielle Entschädigung erhielten.
Fazit
Drei zentrale Erkenntnisse lassen sich festhalten:
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Wirtschaftliche Verflechtung: Die grössten Stiftungen agieren als strategische Investoren und beweisen, dass gemeinnützige Zwecke und unternehmerisches Denken sich nicht ausschliessen - im Gegenteil: Durch Unternehmensbeteiligungen und Immobilienportfolios schaffen sie nachhaltige Finanzierungsgrundlagen.
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Regionale Verankerung: Neben den milliardenschweren "Global Playern" existiert ein dichtes Netz kleinerer Stiftungen, die gezielt lokale Projekte fördern und so die gesellschaftliche Resilienz stärken.
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Generationenwechsel: Der aktuelle Gründungsboom (298 neue Stiftungen 2024) zeigt, dass insbesondere vermögende Babyboomer ohne direkte Erben zunehmend Stiftungen als Instrument für ihr Vermächtnis entdecken.
Kritisch zu betrachten bleibt die Ungleichverteilung der Mittel: Während einige Stiftungen mehr Mittel haben als sie ausschütten können, kämpfen viele kleinere Organisationen um ausreichende Finanzierung.
Die Schweiz hat mit ihrem einzigartigen Stiftungsökosystem einen globalen Benchmark geschaffen - ein Modell, das ökonomische Rationalität mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Dieser Erfolg beruht nicht zuletzt auf dem schweizerischen Dreiklang aus politischer Stabilität, attraktiven rechtlichen Rahmenbedingungen und einer tief verwurzelten Kultur der Gemeinwohlorientierung.