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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis in Basel gehört zu den grössten Unternehmen der Schweiz. Der Medizinal-Konzern macht Kultur- sowie Sport-Sponsoring und unterhält Förderstiftungen für gemein- und auch eigennützige Zwecke. Fundraiso zeigt, welche Projekte, Organisationen und Forschende die Novartis-Stiftungen unterstützen und wie FundraiserInnen an die Novartis-Gelder kommen.

Mit dem Schweizer Unternehmen Novartis kommen bereits Teenager in Kontakt: Wer beispielsweise schmerzhafte Schwellungen hat, erhält vom Hausarzt gelegentlich das Novartis-Heilmittel «Voltaren» verschrieben. Novartis verfügt über ein Portfolio von mehr als 50 patentgeschützten Arzneimitteln. Viele davon gehören zu den in ihren Therapiegebieten führenden Produkten. Ein Bestseller ist beispielsweise «Cosentyx», eine Antikörpertherapie gegen Schuppenflechte und Arthritis. Gemäss eigenen Angaben ist Novartis mit rund 50,5 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2022 «eines der grössten Pharmaunternehmen der Welt.» An der Schweizer Börse belegt der Konzern mit Hauptsitz in Basel jeweils einen Platz unter den fünf grössten Firmen der Schweiz. Gemessen am Umsatz ist Novartis zudem im Jahr 2022 das siebtgrösste Pharmaunternehmen der Welt. Nur der Schweizer Konkurrent Roche liegt mit 68.5 Milliarden US-Dollar Umsatz noch vor Novartis auf Platz drei hinter dem US-Platzhirsch Pfizer. Novartis ist global aktiv und an mehr als 380 Standorten in über 140 Ländern tätig. Der Pharmariese erwirtschaftet mit weltweit rund 110'000 Mitarbeitenden Jahr für Jahr zuverlässig Milliardengewinne.

Novartis hat fünf therapeutische Kernbereiche

Novartis will neben der Gewinnmaximierung für seine Aktionäre «mit neu entwickelter Medizin das Leben der Menschen verbessern und verlängern.» Der Konzern konzentrierte sich in den letzten Jahren gezielt auf die fünf therapeutischen Kernbereiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Immunologie, Neurowissenschaften, solide Tumore und Hämatologie. Das Unternehmen entstand 1996 aus einer Fusion der beiden Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy und Sandoz. Die einstige Tochterfirma Sandoz war bis Oktober 2023 eine Division von Novartis und ist nun selbständig an der Börse gelistet. Sandoz ist Hersteller von Nachahmer-Medikamenten (Generika) und führt wie Novartis diverse Stiftungen (siehe Fundraiso-Artikel).

Novartis unterstützt Forschung, Nothilfe, Kultur, Soziales und Sport

Der Name Novartis ist nicht nur für kranke und verletzte Menschen ein Heilsbringer, sondern löst auch bei Forschenden und gemeinnützigen Organisationen in Geldnöten monetäre «Heilserwartungen» aus. Der Grund: Das Unternehmen Novartis engagiert sich seit Jahrzehnten für das Gemeinwohl mit mehreren Stiftungen und auch mit Sponsoring-Aktivitäten. Novartis unterstützt Initiativen und Projekte in den Bereichen Forschung, humanitäre Nothilfe, Soziales sowie Kultur und Sport. Das Unternehmen tut Gutes nicht ohne Grund: Als Pharmahersteller ist Novartis in einer verantwortungsvollen Position für die Gesellschaft und steht medial im Fokus. Der Konzern bekannte sich im Jahr 2000 mit dem Beitritt zum «Global Compact» der Vereinten Nationen zu seiner Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit und unternehmerischer Verantwortung. Novartis verbesserte beispielsweise den Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern. Nach eigenen Angaben wurden bereits eine Milliarde Malariatherapien ohne Gewinn abgegeben. Doch wieviel vom Gewinn fliesst Jahr für Jahr in die Förderstiftungen des Konzerns und was unterstützen sie konkret? Die Fundraiso-Recherchen zeigen: Diese zwei Fragen lassen sich nur schwer beantworten, da Novartis vor allem finanzielle Details lieber für sich behält.

Sponsoring läuft über die «Novartis International AG»

Was klar ist: Im Kulturbereich pflegt Novartis langjährige Sponsoring-Partnerschaften mit namhaften Schweizer Kulturinstitutionen wie der Fondation Beyeler, dem Kunsthaus Baselland sowie der Basler Museumsnacht und dem Theater Basel. Zudem ist Novartis einer der Hauptsponsoren der Baloise Session. Novartis gehört auch zu den Hauptsponsoren des FC Basel sowie des Basketballteams Starwings. In der Zentralschweiz engagiert sich Novartis beim EV Zug als offizielle «Gesundheitspartnerin». Zudem setzt sich Novartis für die Juniorenabteilungen von Fussballklubs in der Region Basel sowie für Laufsportveranstaltungen ein. Im sozialen Bereich unterstützt Novartis Institutionen und Initiativen, die auf unterschiedlichste Weise benachteiligten Menschen helfen. So leistet Novartis Spendenbeiträge an lokale gemeinnützige Organisationen, Quartiertreffpunkte, Gassenküchen sowie Kontaktstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche. Novartis ist ferner offizielle Partnerin des Schweizerischen Roten Kreuzes sowie von Swisscontact, der Schweizerischen Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit. Seraina Drews, Programmverantwortliche bei Swisscontact in Zürich, schreibt dazu: «Swisscontact erhält keine Gelder von Novartis Stiftungen, sondern von der Novartis International AG.» Dasselbe gilt gemäss Natalie Huser, Leiterin Fachbereich Museen in der Abteilung Kultur Basel-Stadt, auch in Bezug auf die Basler Museumsnacht. Die Novartis International AG hat ihren Sitz an der Lichtstrasse 35 in Basel. Sie macht somit unter anderem Sponsoring und bezweckt gemäss Handelsregister «die Leitung des Novartis-Konzerns und Erbringung von Dienstleistungen, insbesondere auch die Beratung administrativer, finanzieller, rechtlicher, technischer und wissenschaftlicher Art.»

Stiftungen fördern indirekt auch Unternehmensziele

Der Fokus der Fördertätigkeit der Novartis-Stiftungen liegt meist auf Aktivitäten, die einen Bezug zu den Novartis-Unternehmenszielen haben oder eine räumliche Nähe zu den Novartis-Firmenstandorten aufweisen. Andreas Cueni aus Basel ist erfahrener Fundraiser und ehemaliger Projektleiter beim Swissfundraising-Verband. Cueni sagt: «Aus Newslettern und Referaten lässt sich herauslesen, dass Novartis auch mit seinen Stiftungen Gesundheitsprojekte in Schwellenländern fördert, die einen grossen Teil der Bevölkerung betreffen wie zum Beispiel Augen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Projekte sind sicher nicht total abgekoppelt von den kommerziellen Interessen des Unternehmens Novartis. Vor allem nicht, wenn solche Projekte im 100-Millionen-Land Vietnam oder im 250-Millionen-Land Brasilien stattfinden.» Für Geldsuchende heisst das im Umkehrschluss: Wer Unterstützung in diesen Fachgebieten und Ländern sucht, hat zumindest intakte Chancen auf Beachtung bzw. Förderung.

Zugang zu Novartis-Geldern ist ein Hürdenlauf

Fundraiser Andreas Cueni warnt Berufskolleginnen und -Kollegen aber vor zu viel Optimismus und unausgegorenen, leichtfertig erstellten Fördergesuchen an Novartis-Stiftungen. Er sagt: «Wer etwas von Novartis will, muss sich zuerst aufwändig in englische Dokumente, Websites oder in bestehende Novartis-Angebote vertiefen wie zum Beispiel den Besucher-Pavillon mit der interaktiven Ausstellung "Wonders of Medicine".» Gemäss Cueni ist es zudem «nicht einfach, überhaupt mit Novartis-Stiftungen in Kontakt zu kommen.» Eine Förderung setze meist einen guten Draht ins Team der passenden Förderstiftung voraus. Hinzu kommt: Sogar geförderte Institutionen aus dem Gesundheitsbereich wollen nicht immer mit den Novartis-Förderstiftungen öffentlich in Verbindung gebracht werden. Eine Fundraiserin eines namhaften Spitals schreibt: «Grundsätzlich sind wir nicht erpicht darauf, bei einer Pharma-Stiftung namentlich als Begünstigte zu erscheinen.» Dieses Beispiel zeigt einmal mehr: Stiftungen wie auch die Begünstigen legen Wert auf Diskretion. Sie suchen in der Regel nicht die Öffentlichkeit und schon gar nicht mediale Aufmerksamkeit.

Novartis öffnet sich für die Basler Stiftungswelt

Immerhin: Novartis öffnet sich mittlerweile ein wenig für die Stiftungswelt bzw. Gesuchstellende: Am 29. August 2023 fand zum Beispiel der Basler Stiftungstag im Novartis Campus statt.Michael Willi, Chief Communications Officer des Gastgebers Novartis, stellte die verschiedenen Stiftungen des Pharmakonzerns am Anlass vor und sprach unter anderem über die Unterstützung für das Institut für molekulare und klinische Ophthalmologie Basel (IOB). Dessen Co-Director Professor Hendrik Scholl ordnete am Basler Stiftungstag die Bedeutung dieser Partnerschaft ein. Einen potenten Partner zu haben sieht der Forscher durchaus positiv. Gemäss einem Artikel im Fachmagazin «Philantropist» sagte Hendrik Scholl wörtlich: «Natürlich wollen wir ein Medikament auf den Markt bringen.» Dazu helfe die «Nähe einer Kooperation». Gleichzeitig brauche es aber auch «Distanz». Während er in der Forschung zwischen Nähe und Unabhängigkeit eine gelungene Ausgewogenheit erkenne, sehe er diese in der «Mittelbeschaffung» noch nicht ganz. Zwischen den Zeilen gelesen mag das heissen: Wer von Stiftungen Geld will und erhält, ist nicht mehr ganz unabhängig und trägt ein Stück weit auch die unternehmerische Agenda einer Firmenstiftung mit.

Novartis unterhält mehrere Förderstiftungen

Doch in welche Förderstiftungen fliessen die Novartis-Gewinne konkret und wie hoch sind ihre Vermögen? Diese Fragen bleiben trotzt Nachfrage bei Novartis unbeantwortet. Klar ist: Novartis engagiert sich mit mehreren, millionenschweren Förderstiftungen. Sie zählen mutmasslich zu den finanziell potenteren Playern im verschwiegenen Schweizer Stiftungsmarkt. Klar ist auch: Die im Jahr 1979 gegründete Novartis Foundation (siehe: https://www.novartisfoundation.org) bezweckt die Förderung der Gesundheit und des Wohlergehens von «unterversorgten» Bevölkerungsgruppen und insbesondere die Schaffung von Modellen, die «innovative Gesundheitsvorsorge- und Behandlungslösungen allgemein zugänglich machen». Gemäss der nur in Englisch verfügbaren Stiftungs-Website konzentriert sich die Stiftung «auf die drängendsten Gesundheitsprobleme der Welt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gesundheitliche Ungleichheit.» Es geht der Stiftung darum, für so viele Menschen wie möglich mehr «gesundheitliche Chancengleichheit» zu schaffen.

Novartis Foundation will öffentliche und private Akteure zusammenbringen

Die Stiftung will dazu die wissenschaftliche Gemeinschaft sowie öffentliche und private Akteure mobilisieren und zusammenbringen. In den letzten zehn Jahren konzentrierte sich die Stiftung auf die kardiovaskuläre Gesundheit in Städten, die Beseitigung von Lepra und Malaria sowie die digitale Gesundheit. Joerg Reinhardt (67) ist Präsident des Stiftungsrats der Novartis Foundation. Der deutsche Manager ist seit 2013 Verwaltungsratspräsident von Novartis Schweiz. Er ist auch bei der Novartis Forschungsstiftung und bei der Novartis Stiftung für medizinisch-biologische Forschung eingetragen. Ann Aerts ist aktuell Leiterin der Novartis Foundation. Gut zu wissen: Auf der Stiftungs-Website finden sich diverse in der Vergangenheit unterstützte Projektbeispiele und eine aufschlussreiche Liste der Partnerorganisationen. Gemäss Satoshi Jean-Paul Sugimoto, Direktor externe Kommunikation Schweiz bei Novartis, nimmt diese Stiftung aber keine Anträge «von externer Seite für Spenden oder Unterstützung» entgegen. Sugimoto sagt über die Stiftungsaktivitäten: «Die Tätigkeit der Novartis Foundation konzentriert sich auf die Durchführung eigener Projekte zum Thema globale Gesundheit in Zusammenarbeit mit staatlichen und wissenschaftlichen Organisationen, NGOs und Partnern aus der Privatwirtschaft.» Es gibt auf der Website daher kein Antragsformular bzw. Kontakt-Adresse. Georg von Schnurbein ist Professor für Stiftungsmanagement an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und Gründungsdirektor des «Center for Philanthropy Studies» (CEPS) der Uni Basel. Er schreibt Fundraiso: «Die grosse Novartis Foundation ist sehr eng mit den Tätigkeiten der Firma verbunden und deshalb seit einigen Jahren auch nicht mehr steuerbefreit. Die anderen Stiftungen treten kaum öffentlich auf.» Die im Jahr 1989 gegründete Novartis Forschungsstiftung bezweckt gemäss Novartis-Sprecher Sugimoto die «Unterstützung und Durchführung von wissenschaftlichen Arbeiten und Programmen – insbesondere von Projekten mit hohem Risiko im Hochtechnologie-Bereich – im Interesse von Novartis». Da für «Unkonventionelles und kühne, unerprobte Ideen» in der heutigen Forschungsförderung nur wenig Platz bestehe, fördere die Novartis Forschungsstiftung mit ihrem Programm FreeNovation «ausgefallene Projektvorschläge». Die Jury besteht gemäss Novartis-Website aus einer «hochkarätigen internationalen Jury.» Beispiele von geförderten Projekten finden sich auf dieser Website.

Novartis Stiftung für medizinisch-biologische Forschung

Die Novartis Stiftung für medizinisch-biologische Forschung ist eine 1943 gegründete Stiftung in Basel. Der Zweck dieser Stiftung ist die Förderung der medizinisch-biologischen Wissenschaft durch die finanzielle Unterstützung von Forschungsprojekten, die an Schweizer Universitäten im Bereich der Medizin und der medizinisch orientierten Biologie/Biochemie durchgeführt werden. Die Stiftung finanziert zudem eine begrenzte Anzahl an Forschungsstipendien, sogenannte «Fellowships» im Ausland. Bei den Forschungsprojekten gibt es gemäss Novartis-Sprecher Satoshi Jean-Paul Sugimoto zwei Kategorien: «Einerseits für etablierte Forschungsgruppen, andererseits für junge Forschende zu Beginn ihrer akademischen Laufbahn. Die Projekte, die gefördert werden, dürfen nichts mit Novartis-Produkten zu tun haben.» Im Stiftungsrat sind gemäss Sugimoto «alle Schweizer Hochschulen sowie die beiden technischen Hochschulen vertreten». Prof. Dr. Dr. Hans-Uwe Simon aus Bern ist Stiftungsratspräsident. Er ist zugleich stellvertretender Direktor am Institut für Pharmakologie der Universität Bern. Die Stiftung hat gemäss Fundraiso-Angaben im Jahr 2020 die USZ Foundation und auch die Eleonorenstiftung des Zürcher Kinderspitals (2019/2020) unterstützt. Die Anforderungen: Forschungsprojekte müssen in der Schweiz von Angehörigen einer Schweizer Universität oder Forschungseinrichtung durchgeführt werden. Es gibt klare Richtlinien für Förderanträge.

Novartis Stiftung für Mensch und Umwelt

Die Novartis Stiftung für Mensch und Umwelt ist eine im Jahr 1989 gegründete Stiftung mit Domizil in Basel. Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von wohltätigen und wissenschaftlichen Programmen zur Förderung der menschlichen Gesundheit und Ernährung sowie der Umwelt. Die Stiftung kann ihren Zweck durch Beiträge an öffentliche und private Institutionen oder in Form eigener Programme verfolgen. Matthias Leuenberger aus Binningen ist gemäss Handelsregister Stiftungspräsident. Leuenberger ist in der Wirtschaftswelt kein Unbekannter: Er ist Länderpräsident von Novartis Schweiz und Präsident des Wirtschaftsverbands Scienceindustries (Chemie Pharma Life Sciences) und zudem Vizepräsident des Wirtschafts-Dachverbands «economiesuisse». Die Stiftung verfügt über keine vielsagende Website und für Fundraiser ist es daher nur schwer herauszufinden, welche Projekte diese Stiftung konkret fördert. Fundraiser Andreas Cueni aus Basel sagt: «Die grösste Novartis-Stiftung ist wohl die für Mensch und Umwelt. Das ging zumindest aus einem Referat von Michael Willi, Chief Communications Officer von Novartis, am Basler Stiftungstag hervor.» Novartis-Sprecher Sugimoto schreibt Fundraiso: «Angaben über die Höhe von Beiträgen oder über die Empfänger machen wir keine. Im Rahmen des Stiftungszweckes werden regelmässig auschliesslich gemeinnützige Projekte oder andere gemeinnützige Stiftungen unterstützt.» Gesuche zur Unterstützung können an folgende Adresse gestellt werden: Novartis Stiftung für Mensch und Umwelt, c/o Novartis International AG, Lichtstrasse 35, 4056 Basel.

Novartis-Stiftungen für «Kaderausbildung» und «Erziehung sowie Bildung»

Die Novartis Förderstiftung für Kaderausbildung ist eine im Jahr 2002 gegründete Stiftung. Ihr Zweck: Ausbildung des Kaders der Novartis und Förderung des Dialogs zwischen Novartis und ihrer Umgebung, insbesondere ihren Mitarbeitenden. Die Stiftung ist gemäss Novartis-Sprecher Sugiomto «eine klassische Konzernstiftung ohne gemeinnütziger Charakter. Hier können keine Anträge für Spenden oder Unterstützung von Dritten eingereicht werden.» Auch die Stiftung für Erziehung und Bildung richtet sich nur an einen sehr begrenzten Kreis von Drittpersonen. Neben Novartis-Mitarbeitenden unterstützt sie auch deren Kinder inklusive Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder. Das gleiche gilt für Kinder pensionierter Mitarbeitender. Diese Drittpersonen können Anträge auf finanzielle Unterstützung für staatliche Ausbildungen nach der obligatorischen Schulzeit stellen, sofern ein Elternteil Novartis-Mitarbeiter oder Pensionär ist.

Fazit: Die Hürden für Fundraiser und geldsuchende Forschende sind bei Novartis grundsätzlich hoch: Menschen und Organisationen mit einem klaren Bezug zu Novartis-Themen und Firmensitzen dürften zumindest eine Chance auf Förderung haben. Wer es zudem schafft, persönliche Kontakte zu Stiftungsmitgliedern zu knüpfen, hat es mit Sicherheit einfacher. Wer die folgenden Tipps beachtet, ist mit Sicherheit erfolgreicher im Antragsprozess. Ein Trostpflaster: Der Kanton Basel ist als «Heimatkanton» von Novartis für Geldsuchende immerhin ein Stiftungs-Mekka. Mit rund 47 Stiftungen pro 10'000 EinwohnerInnen hat der Kanton die mit Abstand höchste Stiftungsdichte der Schweiz. Zum Vergleich: Der Schweizer Durchschnitt liegt gerade einmal bei 15.5 Stiftungen. Bildung und Forschung (22%), Kultur und Freizeit (21%) und soziale Dienste (21%) sind die am stärksten vertretenen Tätigkeitsbereiche im Kanton Basel-Stadt. 22,2 Milliarden Franken umfasst derzeit das Vermögen der 916 gemeinnützigen Basler Stiftungen.

So kommen Geldsuchende an Stiftungsgelder

  • Recherche: Fundraiser sollten sich ausführlich über Novartis-Stiftungen und ihre Förderschwerpunkte informieren, um sicherzustellen, dass ihr Projekt zu den Zielen der Stiftung passt. Und keine Bange, für alles gibt es ein erstes Mal: 69 Prozent der Gesuchstellungen sind gemäss dem Bericht «Grantee Review Report 2019» von Swissfoundations Erstanträge.
  • Antragsvorbereitung: Anträge sollten detaillierte Informationen über das Projekt, den Bedarf an Finanzierung und die erwarteten Ergebnisse enthalten. Es ist wichtig, dass Sie vor einem Antrag die Anforderungen und Richtlinien sorgfältig lesen und sicherstellen, dass Ihr Antrag alle erforderlichen Informationen enthält. Es gilt die Regel: Qualität statt Quantität und «Massengesuche». Gut zu wissen: Im Durchschnitt wenden Antragsteller in der Schweiz 32 Stunden auf, um einen Stiftungsantrag vorzubereiten. Das zeigt der «Grantee Review Report 2019».
  • Kontaktaufnahme: FundraiserInnen können sich falls möglich, direkt an die jeweilige Stiftung wenden, um weitere Informationen über den Antragsprozess zu erhalten. Oft gibt es auf den offiziellen Websites der Stiftungen Kontaktmöglichkeiten. Falls direkte Kontaktmöglichkeiten fehlen, kann man versuchen, über die Personen im Stiftungsrat (siehe Fundraiso-Eintrag) an mehr Informationen zu kommen.
  • Antragsprüfung: Die Stiftungen prüfen die eingegangenen Anträge und entscheiden, welche Projekte sie unterstützen möchten. Die Auswahl erfolgt in der Regel anhand der Übereinstimmung mit den Stiftungszielen, der Qualität des Projekts und des Budgets.
  • Berichterstattung: Falls der Antrag bewilligt wird, müssen Fundraiser oft regelmässige Berichte über den Fortschritt ihres Projekts einreichen, um sicherzustellen, dass die Mittel zweckmässig verwendet werden. Während der Förderphase wenden geförderte Institutionen in der Schweiz im Schnitt 31 Stunden für die Berichterstattung auf.

Autor: Bernhard Bircher-Suits, FundCom AG

Novartis-Förderstiftungen im Überblick

Stiftungsname Webadresse Profil auf Fundraiso Stiftungszweck Stiftungsvermögen Bisher geförderte Projekte/Organisationen E-Mail bzw. Telefonkontakt
Novartis Foundation https://www.novartisfoundation.org/ Novartis Foundation auf fundraiso ansehen Die Stiftung bezweckt die Förderung der Gesundheit und des Wohlergehens von unterversorgten Bevölkerungsgruppen. Ca. 30 Millionen CHF Link Keine Angaben
Novartis Forschungsstiftung https://www.novartis.com/ch-de/medizin-neu-denken/forschungsfoerderung Novartis Forschungsstiftung auf fundraiso ansehen Unterstützung und Durchführung von wissenschaftlichen Arbeiten und Programmen - insbesondere von Projekten mit hohem Risiko im Hochtechnologie-Bereich – im Interesse der Stifterin und ihrer Tochtergesellschaften. Keine Angaben Link Keine Angaben
Novartis Stiftung für medizinisch-biologische Forschung http://www.stiftungmedbiol.novartis.com/ Novartis Foundation for medical-biological Research auf fundraiso ansehen Förderung der medizinisch-biologischen Wissenschaften, in erster Linie der medizinisch-biologischen Forschung in der Schweiz aus den Erträgnissen des Stiftungsvermögens. Ca. 10 Mio. CHF Link Tel. +41 61 696 38 61 und +41 79 204 77 05‍ [email protected]
Novartis Stiftung für Kaderausbildung Keine Website Novartis Stiftung für Kaderausbildung auf fundraiso ansehen Ausbildung des Kaders der Stifterin und Förderung des Dialogs zwischen der Stifterin und ihrer Umgebung, insbesondere ihren Mitarbeitern. Keine Angaben Keine Angaben Keine Angaben
Novartis Stiftung für Mensch und Umwelt https://www.novartis.com/ch-de/gesellschaft-und-umwelt Novartis Stiftung für Mensch und Umwelt auf fundraiso ansehen Unterstützung von wohltätigen und wissenschaftlichen Programmen zur Förderung der menschlichen Gesundheit und Ernährung sowie der Umwelt. ca. 50 Mio. CHF Keine Angaben Tel. +41 61 324 80 01

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