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In unserer Artikelserie «Kennst du schon?» stellen wir verschiedene Stiftungen näher vor- auch aus dem Ausland. Im neuen Portrait nehmen wir die finnische Kone-Stiftung unter die Lupe und zeigen auf, wie Fundraiser:innen bzw. Künstler:innen und Forschende in der Schweiz an die prall gefüllten Kassen der Kone-Stiftung kommen.

Schindler-Aufzüge sind in der Schweiz vielen ein Begriff. Auch der finnische Weltkonzern Kone mischt im globalen Aufzugsgeschäft mit. In seiner über 110-jährigen Geschichte hat sich Kone von einer kleinen Maschinenfabrik in Helsinki zu einem Weltkonzern in der Aufzugs- und Fahrtreppenindustrie entwickelt. Neben der Schweiz und Finnland ist das Unternehmen in über 60 Ländern aktiv. Der Konzern erwirtschaftete 2023 nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 11 Milliarden Euro.

Kone-Stiftung ist eine wenig auskunftsfreudige, «eigenständige Entität»

Wichtig zu verstehen: Die «Kone Stiftung» ist eine eigenständige Organisation, die organisatorisch vom Weltkonzern Kone getrennt ist. Marc-Oliver Schach ist Kommunikationsmanager bei Kone und zuständig für die DACH-Region. Auf Nachfrage stellt er klar: «Die Kone Foundation ist eine eigenständige Einheit.» Manager Schach hat zwar die Fragen des Portrait-Autors direkt an die Stiftung in Helsinki weitergeleitet, auf die Beantwortung der Fragen nach dem aktuellen Stiftungsvermögen sowie nach Anzahl und Höhe der Vergabungen an Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller in der Schweiz verzichtete die Stiftung jedoch. Die Stiftung war auch nicht bereit, den letzten Jahresbericht zuzustellen. Mehrmalige erfolglose Nachfragen per Mail und Telefon zeigen: Die finnische Stiftung scheint an zusätzlicher Öffentlichkeit nicht sonderlich interessiert zu sein. Auch telefonisch ist das Sekretariat der Stiftung in Helsinki trotz mehrfacher Versuche nicht zu erreichen. Immerhin: Auf der ausführlichen Stiftungs-Website in Englisch finden Antragstellende viele nützliche Informationen. In deutscher Sprache stellt die finnische Stiftung zumindest ein Kurzportrait zur Verfügung.

Förderstiftung Kone will die «Welt zu einem besseren Ort machen»

Klar ist: Die Kone-Förderstiftung will «die Welt zu einem besseren Ort machen, indem sie die Voraussetzungen für eine freie und vielstimmige Wissenschaft und Kunst schafft». Sie fördert Forschung in den Geistes-, Sozial- und Umweltwissenschaften sowie künstlerische Forschung. Konkret unterstützt die Stiftung «künstlerische Arbeiten in allen Kunstsparten sowie spartenübergreifende Arbeiten, die Kunst und Forschung verbinden». Mit Stipendien unterstützt die Förderstiftung auch die «Popularisierung von Wissenschaft». Bei der Förderung legt die Stiftung grossen Wert auf «Interdisziplinarität und die Zusammenführung unerwarteter Perspektiven».

Keine direkte Unterstützung von Organisationen in der Schweiz

Wichtig zu wissen: Stipendien stehen sowohl finnischen als auch ausländischen Bewerber:innen offen. Die zu finanzierenden Projekte müssen aber einen Bezug zu Finnland haben. Die Kone-Stiftung unterstützt auch gemeinnützige Organisationen. Aber auch sie müssen einen Bezug zu Finnland haben. Für gemeinnützige Organisationen in der Schweiz heisst das: Sie können nicht direkt von der Kone Stiftung unterstützt werden, es sei denn, sie haben einen direkten Bezug zu Finnland oder arbeiten in einem relevanten Netzwerk oder Konsortium, das diese Bedingung erfüllt. Gut zu wissen: Die Bewerbungsrunde für Gelder der Kone-Stiftung findet jedes Jahr vom 1. bis am 15. September statt.

Internationale Residenz auch für ausländische Künstler:innen und Forschende

Die Kone-Stiftung unterhält zudem seit 2008 das ehemalige Landgut «Saari Residence». Das ist eine internationale Residenz für KünstlerInnen und ForscherInnen in Mynämäki, Finnland. Das Anwesen befindet sich 30 Kilometer von der Stadt Turku entfernt. In der Residenz finden immer wieder Ausstellungen mit internationaler Ausstrahlung statt. Die Residenz steht ausländischen wie auch finnischen professionellen Künstler:innen, Schriftsteller:innen, DichterInnen, Übersetzer:innen, Komponist:innen, Kurator:innen, Kritiker:innen und Künstlergruppen verschiedener Branchen offen. Wichtig zu wissen: Alle Stipendienanträge für Aufenthalte in der Residenz müssen jeweils zwischen dem 1. und 27. März über den Online-Stipendiendienst eingereicht werden. Die Stiftung empfiehlt dringend, alle Leitlinien vor einer Bewerbung eingehend zu studieren. Erfolgreiche Antragstellende können mit Stipendien ab 2700 Euro pro Monat rechnen.

Beispiele von geförderten Personen mit Schweizer Wurzeln

  • Die Künstlerin und Kunstforscherin Gloria Lauterbach erhielt im Jahr 2018 von der Kone Stiftung ein Doktorats-Stipendium im Betrag von rund 53'000 Euros. Ihre Doktorarbeit wurde auch von der finnischen Jenny & Antti Wihuri Stiftung mitfinanziert.
  • Die schweizerisch-haitianische Künstlerin und Kunstforscherin Sasha Huber lebt in Helsinki und stammt aus Zürich. Sie arbeitete im September und Oktober 2019 in der Saari Residence.

Weitere Infos über bisherige Stiftungsvergaben liefert eine umfassende Vergabe-Datenbank.

Fazit: Forschende bzw. Menschen aus der Kunst- und Kulturszene mit einem klaren Bezug zu Finnland haben eine Chance auf Förderung. Und ein Antrag kann sich lohnen: Alleine im Jahr 2023 hat die Stiftung gemäss eigenen Angaben Zuschüsse, Preise und Spenden in Höhe von insgesamt über 55 Millionen Euro vergeben.

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