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In unserer Artikel-Reihe «Kennst Du schon?» stellen wir verschiedene Stiftungen vor - auch aus dem Ausland. Diesmal haben wir uns die norwegische Minor Foundation in Oslo genauer angesehen. Sie will Menschen durch Kommunikation für den Klimawandel sensibilisieren.

Der Leitsatz der Minor Foundation prangt unübersehbar auf der nur englischsprachigen Homepage. Er lautet: «Wir geben Geld an Menschen mit neuen Ideen zur Förderung der Kohlenstofffreiheit». Auch der vollständige Name der Stiftung ist auf der Website zu lesen: «Minor Foundation for Major Challenges», abgekürzt MFMC. Übersetzt heisst das so viel wie: «Die kleine Stiftung für grosse Herausforderungen». Die 1978 in Oslo vom norwegischen Wirtschaftswissenschaftler Aksel Mjøs gegründete Stiftung will nichts weniger als den menschengemachten Klimawandel bzw. den Ausstoss des klimaschädlichen CO2 stoppen.

«Tripp Trapp»-Stuhldesigner gehört zum Gründerteam der Stiftung

Beteiligt an der Stiftungsgründung war auch der norwegische Industriedesigner und Künstler Peter Opsvik. Er hatte 1972 die Idee, einen Kinderstuhl zu entwickeln, der mit dem Kind mitwächst. In der Schweiz ist der von Opsvik gestaltete, langlebige Holzstuhl unter dem Namen «Tripp Trapp» tausenden von Eltern ein Begriff. Der Fokus der MFMC liegt auf der Bekämpfung des Klimawandels durch die Unterstützung von Kommunikationsprojekten und Initiativen, die darauf abzielen, die globalen Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Sensibilisierung für den Klimawandel mit Kommunikationsprojekten

Konkret unterstützt die Stiftung «innovative, experimentelle und unerprobte Kommunikationsmassnahmen zur Sensibilisierung für den Klimawandel.» MFMC priorisiert dabei möglichst wirksame Projekte, Initiativen und Kommunikationsprojekte sowie Lobbyarbeit. Das oberste Ziel bleibt dabei immer, den menschengemachten Klimawandel einzudämmen und ein grösseres Bewusstsein und Handeln gegen den Klimawandel zu erzeugen. Die Vision der Stiftung ist eine Welt, in der Klimaschutz und nachhaltige Praktiken in allen Bereichen der Gesellschaft integriert sind und aktiv gefördert werden. In die Karten blicken lässt sich die Stiftung aber nur bedingt. Minor-Stiftungsrats-Sekretär Tore Braend liess Fragen von Fundraiso.ch unbeantwortet. Mehr Aufmerksamkeit ist nicht erwünscht: «Unsere Stiftung braucht keine zusätzlichen Förderanträge. Wir erhalten bereits mehr als genug.» Wie viele Vergabemittel der Stiftung zur Verfügung stehen und wie oft bereits Projekte mit Bezug zur Schweiz unterstützt wurden, bleibt daher offen.

Das sind die Förderschwerpunkte der Stiftung

Die MFMC konzentriert sich auf die Förderung von Projekten in den Bereichen:

  1. Kommunikation und Bewusstseinsbildung: Unterstützung von Kampagnen, die die öffentliche Meinung beeinflussen und das Verständnis für die Klimakrise und mögliche Lösungen verbessern.
  2. Lobbyarbeit und politische Einflussnahme: Finanzierung von Initiativen, die politischen Druck auf Entscheidungsträger ausüben, um ehrgeizige Klimapolitiken und -massnahmen umzusetzen.
  3. Innovation und Technologie: Förderung von Projekten, die innovative Ansätze und Technologien entwickeln, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
  4. Bildung und Engagement: Unterstützung von Bildungsprogrammen und Gemeinschaftsinitiativen, die möglichst viele Menschen dazu befähigen und motivieren, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen.

Das sind die wichtigsten Förderkriterien

Die Stiftung legt Wert auf Projekte, die ein Potenzial für eine hohe Wirkung und Skalierbarkeit haben. Unterstützte Projekte sollen zudem «innovativ und kreativ» sein. Sie müssen einen klaren Plan für die Umsetzung und Messung des Erfolgs haben und eine starke Kommunikationskomponente beinhalten. Die MFMC nimmt Bewerbungen von gemeinnützigen Organisationen aus der ganzen Welt entgegen, wobei die ausführenden Organisationen in Europa registriert sein müssen. MFMC unterstützt vor allem Innovationen in der Klimakommunikation und Projekte, die die Stimmenvielfalt in der Klimabefürwortung erhöhen und zur Stärkung sozialer und politischer Bewegungen für radikalen Wandel beitragen.

Das sind die zentralen Ausschlusskriterien

Einzelpersonen, Forschungsprojekte, kommerzielle Projekte, allgemeine Klimainformationskampagnen, lokale Projekte, Baumpflanzungen und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel werden nicht unterstützt. Die Stiftung fördert keine Projekte, die nur auf individuelle Verhaltensänderungen abzielen, es sei denn, sie sind Teil einer grösseren Strategie für strukturellen, politischen Wandel. Der Bewerbungsprozess der Stiftung ist in der Regel zweistufig:

  • Erste Phase: Einreichung eines kurzen Vorschlags, der das Projekt und seine Ziele beschreibt.
  • Zweite Phase: Ausgewählte Bewerber werden eingeladen, einen detaillierten Antrag einzureichen.

Meist unterstützt MFMC Projekte mit Fördergeldern zwischen 20’000 und 200’000 Euro, gelegentlich werden auch Anträge bis zu einer Million Euro berücksichtigt. Ein separates Förderprogramm für Kleinprojekte gewährt Zuschüsse bis zu 10’000 Euro. Das Antragsverfahren für Kleinprojekte ist einstufig und beinhaltet ein vereinfachtes Berichtsverfahren

Eine Auswahl an unterstützten Beispielprojekten

  • «Schützt unsere Winter»: Die Kampagne «Vote Now. Ride Later.» zielte darauf ab, die Wähler über das komplexe CO2-Gesetz zu informieren, welches im Sommer 2021 zur Abstimmung stand. Die Kampagne von «Protect Our Winters Schweiz» wurde von MFMC mit 10'000 Euro unterstüzt.
  • Climate Visuals ist ein Projekt zur Verbesserung der visuellen Kommunikation über den Klimawandel durch die Bereitstellung von Bilddatenbanken und Leitfäden für effektive Klimafotografie.
  • 350.org: Eine globale Bewegung, die durch Massenmobilisierungen und kreative Kampagnen den Druck auf Regierungen und Unternehmen erhöht, um fossilfreie Politiken zu verabschieden.

Der Antragsprozess

Interessierte Organisationen und Projektteams können die Stiftung über ihre Webseite per E-Mail kontaktieren. Dort findet man auch detaillierte Informationen zu den Förderrichtlinien und dem Bewerbungsprozess. Die Stiftung nimmt Förderanträge in der Regel zweimal im Jahr entgegen. Der Stiftungsrat entscheidet meist innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Ablauf der Einreichungsfrist.

Fazit: Die «Minor Foundation for Major Challenges» ist eine einflussreiche Stiftung im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Sie bietet umfangreiche Unterstützung für innovative und transformative Kommunikationsprojekte von gemeinnützigen Organisationen, die in Europa registriert sind. Nach eigenen Angaben wird die Stiftung mit Anträgen überhäuft. Umso wichtiger ist es, möglichst alle Förderkriterien zu erfüllen und den Antrag zielgerichtet zu stellen.

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